Gesetzliche Kriterien zur Entnahme und rechtliche Voraussetzungen

Um Analysen sicher in einem Gutachten verwerten zu können, müssen bei den Laboruntersuchungen spezielle forensische Bedingungen eingehalten werden. Um eine fachlich adäquate und rechtlich abgesicherte Probenentnahme und -analyse der Probengewinnung (Haar oder Urin) zu gewährleisten, arbeiten für uns qualifiziere Ärztinnen und Ärzte an den Probenentnahme, welche sich hierfür speziell im Rahmen von Fortbildungsprogrammen dafür qualifizieren.

Wir arbeiten ausschließlich mit Laboren zusammen, welche nach DIN ISO/IEC 17025 für forensische Zwecke nach den Standards der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh) akkreditiert sind.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Abstinenzbelegen um keinen Beleg für eine Fahreignung handelt, sondern einen zentralen Baustein, auf dem Weg zur Wiedererlangung Ihres Führerschein darstellt.

In der unten angeführten Begutachtungsleitlinie sind spezielle Durchführungsbestimmungen, sogenannte „CTU-Kriterien“ aufgeführt um die Folgende Hypothese zu stützen:

Diese 4 CTU Kriterien setzen sich wie folgt zusammen:

CTU-Kriterium 1:

„Die im Rahmen der Begutachtung berücksichtigten toxikologischen Befunde sind fachkundig erstellt worden, aussagekräftig und forensisch verwertbar.“ [1]

CTU-Kriterium 2:

(Bestimmung zur Durchführung bzw. Probennahme)

  • kurzfristig und unvorhersehbar am günstigsten telefonische Einbestellung
  • Wahl von unvorhersehbaren Terminen
  • Abgabe von nachvollziehbaren Verhaltensregeln bei Abwesenheit (Urlaub/ Schichtpläne)
  • Entschuldigungsgründe für Nichterscheinen werden von durchführender Stelle definiert
  • klare Regelungen zum Umgang mit versäumten / verschobenen Terminen (i.d.R. Programmabbruch).

CTU-Kriterium 3:

Regelung der Anforderungen an die Analytik durch das Labor.

„Die Untersuchung findet in einem nach DIN ISO EN 17025 für forensische Zwecke akkreditierten Labor nach den Standards der GTFCh statt, ist als Abstinenznachweis oder Nachweis einer aktuellen Drogenfreiheit am Untersuchungstag verwertbar und umfasst alle relevanten Stoffgruppen.“ [1]

  • Qualifikationen die das Labor vorweisen muss.
  • Festlegung welche Substanzen gefunden werden müssen
  • Minimum der Nachweisgrenze für die jeweiligen Substanze
  • Regelung, unter welchen Bedingungen die Probe entnommen und wie lange aufzubewahren ist.

CTU-Kriterium 4:

Regelung der Dokumentation der erhobenen Befunde und deren Beurteilung.

„Die toxikologischen Befundübermittlungen an den Auftraggeber bzw. an die Begutachtungsstelle lassen eine Bewertung der Durchführungsbedingungen und eine Interpretation vor dem Hintergrund der Fragestellung (Abstinenzkontrolle oder aktueller Nachweis der Alkohol-/Drogenfreiheit am Untersuchungstag) zu“ [1].

  • Festlegung bezüglich der Daten, die der Abschlussbericht enthalten muss.
  • Überwachungszeitraum
  • Anzahl und Art der Screenings
  • Fehlzeiten
  • Unregelmäßigkeiten
  • Beurteilung des Scrennings im Abschlussbericht

[1] Schubert, W., Dittmann, V. und Brenner-Hartmann, J. (Hrsg.)(2013): Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung, Beurteilungskriterien, Kirschbaum Verlag, Bonn, 3. Auflage, www.kirschbaum.de.

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